Ich kann damit leben

Es gibt im Leben Situationen  mit denen ich nicht umgehen kann. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten. z.B.:  Mein Partner kommt immer um fünf Minuten zu spät. Ich habe ihm das schon oft gesagt, geändert hat sich bisher nichts. Ich ärgere mich darüber. Was kann ich tun? Was nicht funktioniert  ist den Partner ändern zu wollen. Menschen und die Vergangenheit lassen sich nicht ändern.

Kann ich es aushalten, dass er regelmäßig zu spät kommt? Ich merke, dass  das Zuspätkommen etwas ist, dem ich mich mit ganzer Kraft entgegenstelle. Ich möchte meinen Platz behaupten. Ich habe aber so viel Selbstwert, dass ich mich durch seine Verspätung nicht bedroht fühle. Aushalten ist eine große Aktivität, meinst das Erste und Letzte, was wir tun können.

Die andere Möglichkeit ist, es „so sein zu lassen“, es anzunehmen. Das heißt aber nicht: „es ist gut“. Es geht darum zu sehen, ja, es ist Realität, dass er immer zu spät kommt. Ich nehme diese „Wirklichkeit“ in mein Leben herein. Ich lasse diese Realität nicht nur auf mich wirken, ich berücksichtige sie auch bei meinen Entscheidungen. Ich lass das so sein, ich kann mit dieser Situation leben.

Annehmen verlangt viel weniger Kraft als aushalten und führt zu mehr Gelassenheit.

Leben! Oder gelebt werden?

Kennen Sie das Gefühl, immer zu tun, was andere wollen. Was die Familie von Ihnen verlangt, oder der Chef, oder Freunde …. Sie haben das Gefühl, dass Sie nicht Ihr eigenes Leben leben können, dass Sie fremdbestimmt sind, dass Sie innerlich nicht zustimmen können zu dem, was Sie tun. Wie wäre es, wenn Sie sich vollkommen frei für etwas entscheiden könnten, aber auch die Möglichkeit hätten, etwas abzulehnen? Sich auf etwas einlassen können und die Verantwortung für eine Situation übernehmen?

Dazu ist es aber notwendig zu wissen, was mich motiviert, was mich bewegt, was einen Wert für mich hat. Wert ist etwas, das mich berührt. Ein Wert hat mit mir und meiner Geschichte zu tun. Nicht mit den anderen! Wenn ich von einem Wert berührt werde, spüre ich ein Gefühl der Freude, der Traurigkeit oder Dankbarkeit. Ein Wert ist bedeutungsvoll für mich und tut mir gut. Gibt Kraft und Energie. Bringt mich zum Handeln und ist für mich eine Hilfe bei Entscheidungen.

Es geht um mein Meines, als Unterschied zum anderen. Durch ABGRENZEN wird mein Eigenes sichtbar und spürbar. Abgrenzen beginnt meistens mit NEIN sagen. Das fühlt sich oft nicht gut an. Und, nur im Nein verharren ist zu wenig. Erst wenn mein Wert, der hinter dem Nein steht (ein Ja zu mir), sichtbar wird, können sie mich und meine Entscheidung verstehen.